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Unglaubliches Marathondebüt: Foyten Tesfay 2:10:51 in Barcelona

Äthiopierin läuft sensationelles Marathon-Debüt

Foyten Tesfay wurde in Barcelona mit einem unglaublichen Marathon-Debüt auf Anhieb zur zweitschnellsten Läuferin aller Zeiten über die 42,195-km-Distanz. Die 28-jährige Äthiopierin stürmte zu einer Traumzeit von 2:10:51 Stunden und hatte einen Vorsprung von fast acht Minuten - das sind über zwei Kilometer.

Schneller war bisher lediglich Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago mit 2:09:56 die erste Frauen-Zeit unter 2:10:00 erreicht hatte. Die Kenianerin wurde aber zu einem späteren Zeitpunkt positiv getestet und inzwischen mit einer mehrjährigen Dopingsperre belegt. Die Weltrekordleistung ist von dieser Sperre zumindest vorerst nicht betroffen. Die Athletics Integrity Unit untersucht jedoch weiteres Material (Smart Phone Nachrichten & Fotos) aus der Zeit von vor dem Weltrekordlauf auf mögliche nachweisbare frühere Dopingvergehen.* 

Auf Platz drei in der Alltime-Liste steht die Äthiopierin Tigst Assefa, die 2023 in Berlin mit einer Weltrekordzeit von 2:11:53 triumphiert hatte.

Das Rennen der Männer gewann in Barcelona der Kenianer Abel Chelangat mit 2:04:56 Stunden vor seinen Landsleuten Patrick Mosin (2:04:59) und Jonathan Korir (2:05:27). Auf Platz elf erreichte der Deutsche Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck) mit 2:08:13 eine persönliche Bestzeit. 2023 war der 36-Jährige in Valencia 2:08:24 gelaufen. Mit dem neuen persönlichen Rekord schob er sich in der Liste der schnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten um einen Platz auf Rang sieben nach vorne.

Über 30 km weit im Weltrekordtempo

Mit einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 65:02 Minuten bewegte sich Foyten Tesfay bereits im Bereich des Weltrekordes. Wie der Zeitmessungs-Experte Helmut Winter aus Barcelona berichtete, lagen ihre Zwischenzeiten dann sogar unterhalb der Weltrekordzeit von Ruth Chepngetich. Den 5-km-Abschnitt zwischen 20 und 25 km lief Foyten Tesfay in famosen 15:10 Minuten (2:08:00-Marathon-Tempo!), bei Kilometer 30 deutete ihre Zwischenzeit von 1:32:00 auf eine Zielzeit von 2:09:24 hin. Danach wurde sie allerdings etwas langsamer, so dass es im ersten Versuch noch nicht zu einer Zeit von unter 2:10:00 reichte.

Mit einer äthiopischen Rekordzeit von 2:10:51 setzte sich Foyten Tesfay an die Spitze der Jahresweltbestenliste und zeigte, dass sogar der Weltrekord erreichbar ist. Hinter ihr belegten Joan Kiplimo (Kenia/2:18:40), Zeineba Yimer (2:18:47) und Chaltu Chimdesa (beide Äthiopien/2:23:30) die Plätze zwei bis vier.

Herausragende Halbmarathons zeigten ihre Fähigkeiten

Dass Foyten Tesfay das Potenzial haben würde, im Marathon in die Weltspitze vorzustoßen, war offensichtlich. 2024 steigerte sie sich im Halbmarathon in Valencia auf 63:21. Damit ist die Äthiopierin die drittschnellste Läuferin aller Zeiten über diese Distanz. Die Trainingspartnerin der Olympia- und WM-Zweiten Tigst Assefa versuchte dann in Berlin 2025 den Halbmarathon-Weltrekord zu brechen. Doch starker Wind und kalte Temperaturen machten den Rekordversuch zunichte. Sie gewann vor einem Jahr das Rennen in der Streckenrekordzeit von 63:35.

Die schnellsten zehn Marathonzeiten der Frauen

2:09:56    Ruth Chepngetich    KEN        Chicago    13.10.2024 *
2:10:51    Fotyen Tesfay    ETH        Barcelona    15.3.2026
2:11:53    Tigst Assefa        ETH        Berlin        24.9.2023
2:13:44    Sifan Hassan        NED        Chicago    8.10.2023
2:14:00    Joyciline Jepkosgei    KEN        Valencia    7.12.2025
2:14:04    Brigid Kosgei        KEN        Chicago    13.10.2019
2:14:18    Ruth Chepngetich      KEN        Chicago    9.10.2022
2:14:43    Peres Jepchirchir    KEN        Valencia    7.12.2025
2:14:57    Hawi Feysa        ETH        Chicago    12.10.2025
2:14:58    Amane Shankule     ETH        Valencia    4.12.2022

 

Guter Testlauf von Aaron Gruen 

Der Countdown Richtung Vienna City Marathon läuft für Aaron Gruen auf Hochtouren und bestens nach Plan, wie Leichtathletik-Journalist Olaf Brockmann berichtet. Österreichs Rekordler wurde in einem von ihm „eindeutig als Testlauf“ titulierten Halbmarathon in New Bedford in 1:03:25 Stunden Zweiter. Der 27-Jährige erfüllte damit sein Ziel, das Rennen im Marathon-Tempo zu laufen, perfekt. Er war sogar etwas schneller und sagte: „Ich habe mich sehr locker gefühlt!“ 

Aaron Gruen musste sich bei „sehr windigen“ Bedingungen nur dem US-Amerikaner Murphy Smith (1:02:32) geschlagen geben, der sich schon nach sechs Kilometern abgesetzt hatte. „Aber ich wollte heute nicht unbedingt um den Sieg kämpfen, mir ging es darum, mein Tempo zu laufen!“ Und das ging ja auf, sogar etwas schneller als erwartet. „Viel wichtiger aber“, so Aaron Gruen, „als das heutige Rennen ist der Halbmarathon nächste Woche im Rockland State Park.“ Dies ist sein letzter Test vor dem VCM am 19. April. 

Der New Bedford Halbmarathon ist nicht im World Athletics Global Calendar gelistet, die Leistung von Aaron Gruen wird daher vom Weltverband nicht geführt und nicht für das World Ranking herangezogen Da es sich um keine Rekordleistung handelt - Aaron hält mit 61:14 den ÖLV-Halbmarathonrekord - und die Teilnahme eher Testcharakter hatte, ist die Auswirkung nicht so groß. An der erfreulichen Leistung ändert sich nichts.

 

Helen Obiri siegt bei New York Halbmarathon

Hellen Obiri hat den Halbmarathon in New York deutlich vor ihrer kenianischen Landsfrau Sharon Lokedi gewonnen. Die Marathon-Olympia-Dritte von Paris 2024, die erstmals seit ihrem Sieg beim New York-Marathon im vergangenen November wieder an den Start ging und sich derzeit auf den London-Marathon Ende April vorbereitet, war nach 66:33 Minuten im Ziel. Es war ihr zweiter Sieg bei diesem Rennen nach 2023. Sharon Lokedi, die im April als Titelverteidigerin beim Boston-Marathon antreten wird, lief 67:10. Ein gutes Halbmarathon-Debüt rannte die Britin Megan Keith. Die 23-jährige Cross-EM-Zweite des vergangenen Jahres wurde in 67:13 Dritte.

Weit weg von ihren besten Zeiten ist weiterhin die Deutsche Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen). Bei ihrem ersten Start seit September 2025 lief die 5.000-m-Europameisterin von 2022 in New York auf Platz elf in 70:04. Die 29-Jährige, die zuletzt in Boulder (Colorado/USA) trainierte, ist mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 65:41 Minuten (2022 in Valencia) die zweitschnellste deutsche Läuferin aller Zeiten über diese Distanz. Nicht gut lief es in New York auch für die kenianische Halbmarathon-Rekordlerin (63:04), Agnes Ngetich. Im Januar hatte sie in den USA noch den Crosslauf-WM-Titel gewonnen, nun kam sie auf Platz 13 nach 70:25 ins Ziel.

Schnellster Läufer war in New York Adriaan Wildschutt. Der Südafrikaner gewann in 59:30 Minuten vor Zouhair Talbi (USA/59:41). Als Dritter stellte der Inder Gulveer Singh mit 59:42 einen Landesrekord auf. 
 

 

VCM News / Text: Jörg Wenig / AM - mit Infos von Olaf Brockmann